Batterieforschungsinstitut HIPOLE in Jena offiziell eröffnet

Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft,
Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

vom 17. Juni 2024

Institut forscht zu nachhaltigen Polymermaterialien - Tiefensee: Thüringen soll führender Batterieforschungsstandort werden - Bund und Land stellen langfristige Finanzierung sicher

Der Standort des neuen „Helmholtz-Instituts für Polymere in Energieanwendungen“ (HIPOLE) ist heute offiziell eröffnet worden. Die gemeinsam vom Center for Energy and Environmental Chemistry (CEEC) der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB) getragene Einrichtung hat ihren Sitz künftig im CEEC-Anwendungszentrum in der Jenaer Lessingstraße. Hier wird das HIPOLE Materialien und Speichertechnologien entwickeln, die für die Energiewende gebraucht werden. Ab 2028 wird die Forschungseinrichtung mit bis zu 5,5 Millionen Euro von Bund (90 Prozent) und Land (10 Prozent) jährlich finanziert. In der Aufbauphase beteiligt sich das Land an der jährlichen Förderung, leistet eine Sonderfinanzierung von insgesamt 10,5 Millionen Euro bis 2027 und stellt Gebäude- und Geräteinfrastruktur im Wert von 11 Millionen Euro zur Verfügung. Gründungsdirektor und Sprecher des HIPOLE ist der Leiter des CEEC, Prof. Dr. Ulrich Schubert.

„Der heutige Tag ist ein weiterer großer Schritt zu unserem Ziel, Thüringen zu einem führenden Standort der Batterieforschung und ‑produktion zu entwickeln“, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee anlässlich der Eröffnung. Künftig werde Thüringen die gesamte Wertschöpfungskette von der Grundlagen- und Anwendungsforschung über die weitere Etablierung von Produktionsfirmen und Start-ups bis hin zum Recycling von Batterien abdecken können. „Das HIPOLE zeigt Wege auf, wie ohne seltene Erden und gefährliche Substanzen stationäre Speicher produziert werden können. Erst damit ist ein wirklicher Durchbruch für unsere ambitionierten Klimaziele möglich“, so Tiefensee.

Die Gründung des Instituts war vom Senat der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. (HGF) auf gemeinsamen Antrag von CEEC und HZB im Juni 2023 beschlossen worden. Mit der Etablierung eines neuen Helmholtz-Instituts wird die Präsenz der Helmholtz-Gemeinschaft als größter deutscher Wissenschaftsorganisation in Thüringen ausgeweitet. Bislang sind lediglich das Helmholtz-Institut Jena (HI Jena) als Außenstelle des GSI Helmholtz-Zentrums für Schwerionenforschung Darmstadt sowie das Institut für Datenwissenschaften des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das ebenfalls zur Helmholtz-Gemeinschaft zählt, im Freistaat ansässig.

Zur Neugründung von HIPOLE hätten nicht zuletzt auch die erheblichen Anstrengungen beigetragen, die der Freistaat Thüringen seit 2014 beim Aufbau des CEEC unternommen hat, sagte Tiefensee weiter. „Mit einer Forschungsförderung des Landes von über 23 Millionen Euro sind hier erhebliche Kompetenzen im Bereich der Energiespeicherung aufgebaut worden. Das zahlt sich jetzt aus. Mit der neuen Helmholtz-Einrichtung entsteht ein Batterieforschungszentrum, das weit über Jena ausstrahlt und zugleich tief im wissenschaftlichen Umfeld und unternehmerischen Ökosystem der Region verankert ist.“ Einschließlich der Finanzierung von Gebäude- und Gerätekosten haben Bund, Land und Wissenschaftsstiftungen (Ernst-Abbe- und Carl-Zeiss-Stiftung) mit Unterstützung aus EFRE-Mitteln das CEEC in den vergangenen Jahren in Summe mit mehr als 60 Millionen Euro unterstützt.

Bereits vor der Gründung des neuen HIPOLE-Instituts haben die beiden Antragsteller CEEC und HZB eng zusammengearbeitet. Ende 2019 gründeten die beiden Einrichtungen ein „Joint Lab für Polymere zur Energiespeicherung und Umwandlung“. Seit 2020 bestehen Kooperationen für einzelne Projekte. Konkretes Ziel der Institutsneugründung ist die Erforschung von Polymermaterialien für neue Energietechnologien. Um das zu erreichen, vereint HIPOLE in seinem Forschungsansatz Polymerchemie, Materialwissenschaften, modernste analytische Methoden und künstliche Intelligenz mit einer weltweit führenden Expertise in den Bereichen polymerbasierte Energiespeicherung und Photovoltaik sowie nachhaltige Chemie.